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Die Höhle der Löwen – Sucht Deutschland den Super-Gründer?

04.09.2014

Unternehmertum im Scheinwerferlicht: Seit dem 19. August läuft auf VOX die Startup-Castingshow „Die Höhle der Löwen“. Jungunternehmer treffen auf fünf abgebrühte Investoren und müssen diese mit einem Pitch von ihrer Geschäftsidee überzeugen.

Als bewährter Partner von Kölner Startups, Experte im Gründercoaching und Initiator von „kölngründet“ ist diese Sendung für die adverti – agentur für direktmarketing, Ihre Werbeagentur aus Köln, von besonderem Interesse. Wir gehen heute der Frage nach, was die Show konkret für die teilnehmenden Unternehmer und auch die Gründer-Szene in Deutschland bedeuten könnte.

Die Höhle der Löwen – Gründer-Show rund um den Globus

Ursprünglich stammt das Konzept der Gründer-Show aus Japan. Mittlerweile gibt es Varianten von „Die Höhle der Löwen“ in 22 Ländern, wobei sie sich bis ins Detail an der englischen Version namens „Dragon’s Den“ (Die Höhle des Drachen) orientieren, die 2005 startete und diesen Sommer bereits in die 12. Staffel geht. In den USA heißt sie etwas ruppiger: „Shark Tank“ (Haifischbecken).  

Bei den deutschen „Löwen“ – also Investoren – handelt es sich um den deutsch-türkischen Reiseunternehmer Vural Öger, Teleshopping-Queen Judith Williams, Jungunternehmerin Lenke Wischhusen, IT-Experte Frank Thelen sowie Erlebnis-Unternehmer Jochen Schweizer.

Moderiert wird „Die Höhle der Löwen“ von Amiaz Habtu. Die Quoten des Gründer-Reigens können sich sehen lassen. An diesem Dienstag schalteten 1,72 Millionen Zuschauer die Show des Kölner Senders VOX ein, was einem Marktanteil von 10 Prozent entspricht. Aber wie sieht es mit den Vor-und Nachteilen für die teilnehmenden Startups aus?

Die Höhle der Löwen: Vorteile für Startups

Wie der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ für die Kandidaten auch ausgeht – was den Gründern niemand mehr nehmen kann, auch wenn neues Kapital ausbleibt, ist die kostenlose Werbung für sie und ihr Startup. Durch die nationale TV-Präsenz und Berichterstattung in den Medien werden die Gründer und ihre Ideen bekannt.

Dies kann im Zweifelsfall auch unabhängig vom Ausgang der VOX-Show ein Pluspunkt sein. So sagten Teilnehmer der ausländischen Versionen, dass trotz schlechter Angebote der Investoren oder verwehrter Investition die Erfahrung insgesamt positiv war: Ihre Unternehmen hätten durch den Medienrummel nach der Ausstrahlung ihres Castings eindeutig profitiert.

Denn die Chancen sind hoch, dass auch andere potentielle Investoren beim Thema von „Die Höhle der Löwen“ hellhörig werden. Nach der Show können sie von diesen immer noch kontaktiert werden und ein gutes Geschäft machen.

Die Zahl an möglichen Geschäftsbeziehungen steigt ohnehin deutlich.  Wie das „Handelsblatt“ berichtet, erreichten die Chefs des Gastronomie-Startups „Knüppelknifte“, die sich mit den Investoren Williams, Öger, Wischhusen, Thelen und Schweizer nicht einig wurden, nach der Ausstrahlung der letzten Sendung der Gründer-Show in kurzer Zeit 200 Mails von Interessenten.

Nicht zuletzt erhalten die Gründer während des Castings auch kostenlose Meinungen und Einschätzungen von erfahrenen Kapitalanlegern. Eventuell kann die geäußerte Kritik zur entscheidenden Weiterentwicklung und Verbesserung eines Startup-Konzepts führen.

Unter Raubtieren – Schattenseiten für Gründer und Startups

Die Nachteile liegen allerdings auch auf der Hand: Brandneue Ideen werden eher selten finanziert.  In fast allen Fällen investieren die „Löwen“ in bereits länger bestehende Unternehmen – und nicht in ganz junge Start-ups! Sie sind konservative Anleger, wollen nachweisliche Belege von Profitabilität sehen und natürlich viel Geld verdienen. Es geht um Gewinne und nicht um die Förderung von Existenzgründern aus bloßem “Gutmenschentum”.

Was daneben zählt, aus Sicht von VOX, ist vor allem eines – Entertainment! Dass Nervenkitzel, Voyeurismus und bisweilen Schadenfreude fest im Konzept von „Die Höhle der Löwen“  verankert sind, lässt sich bereits am Titel der Startup-Show erkennen. Dabei ist nicht entscheidend, ob es sich jetzt um Drachen, Tiger oder Haie handelt. Dass man den kritischen potentiellen Investoren „zum Fraß vorgeworfen werden“ wird, schwingt als Möglichkeit immer deutlich mit.  

Obwohl ein Unternehmer kostenloses Marketing enthält, kann die Gefahr bestehen, dass andere Unternehmen diese Ideen klauen oder kopieren. Ein anderer Einwand lautet: Wer braucht eigentlich diese Art von Ruhm, wenn ein geschickt bearbeitetes Video auf einer Crowdfunding-Website in Stunden viral gehen kann und mehr einbringen könnte?

Gewinn oder Nachteil für die deutsche Startup-Szene?

Für die Kandidaten kann sich die Teilnahme bei „Die Höhle der Löwen“ also durchaus lohnen, nur zu viel sollte sie sicherlich nicht davon erwarten. Es kommt stark auf den Einzelfall an. Die Meinungen in der Startup-Community über die Casting-Show und die Beweggründe der Investoren-Jury gehen dementsprechend weit auseinander. Während sich „Gründerszene“ sehr kritisch äußert und ausführlich über jede einzelne Sendung berichtet, scheint ihr „Deutsche Startups“ wohlgesonnen zu  sein.

Es gibt berechtigte Sorgen, dass „Die Höhle der Löwen“ zu einer Unternehmenskultur beitragen könnte, die sich nur um die Kunst der Überredung dreht. Zwar ist in der Realität außerhalb des TV-Studios ein erfolgreicher Pitch ebenfalls von großer Bedeutung, doch es hängt längst nicht alles so davon ab wie hier.

Der Ansatz der Gründer-Show ist letztlich zu kurzsichtig, da kaum gezeigt wird, was ein Unternehmer und sein Startup-Konzept insgesamt zu bieten haben oder was es bedeutet, eine Idee in einen langfristigen Geschäftsplan zu verwandeln. Es geht beim Unternehmertum um weitaus mehr als eine nette Präsentation.

Investorin Lenke Wischhusen nennt in einem Interview als Motivation für Ihre Jury-Tätigkeit die Möglichkeit, Existenzgründung ein größeres Forum zu eröffnen. Sie findet es „wichtig, in Deutschland eine Gründerkultur zu entwickeln. Wir haben nämlich im Vergleich zu anderen Ländern wenig Start-up-Unternehmen und nur wenige Menschen, die sich so einen Schritt zutrauen.“

Im Prinzip hat Wischhusen Recht, aber ein wahrheitsgetreues Bild des Unternehmerdaseins vermittelt „Die Höhle der Löwen“ sicherlich nicht. Die guten Quoten belegen allerdings, dass die Thematik den Zuspruch der deutschen Zuschauer findet. Wenn die VOX-Show also in der Öffentlichkeit nachhaltiges Interesse für Existenzgründer und Startups wecken würde, wäre dieser Effekt nur zu begrüßen, bei aller berechtigten Kritik am Casting-Prozedere und den Investoren im Detail.

Wenn Sie Fragen zu den Themen Existenzgründung und Gründercoaching haben, steht Ihnen die adverti – agentur für direktmarketing GmbH, Ihre Werbeagentur aus Köln, selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Jonas Reinartz

M.A. ist bei der adverti - agentur für direktmarketing GmbH, Ihrer Werbeagentur aus Köln, für den Bereich Text zuständig.
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